Über die steile Klostertreppe erreicht man die historische Kloster­anlage. Die 1625 bis 1628 erbaute Klo­ster­kir­che ist ein lang­ge­streck­ter Saalbau, ihr Portal an der West­front stammt aus dem 15. Jahr­hun­dert. Über diesem befinden sich Inschrifttafeln und Wap­pen­ta­feln. Im Kircheninnern sind elf Gemälde des Künstlers Benedikt Beckenkamp sehenswert.

Geschichte: 1623 gründeten Kapuzinerpatres im Einvernehmen mit den Bürgern eine Niederlassung auf dem heutigen Klosterberg in Cochem. Zu diesem Zweck erhielten sie von Kurfürst Lothar von Metternich (1599 bis 1623) ein ver­las­se­nes Anwesen als Schenkung. Auf dem Anwesen befand sich ein Burghaus. Nach dessen Abriss konnte 1625 mit dem Bau eines Klosters begonnen werden. Als erstes wurde die Klosterkirche errichtet. Es folgten zunächst der Ostflügel, in dem Speisesaal, Küche und im Obergeschoss zwei Reihen Zellen un­ter­ge­bracht waren. Später kam der Nord­flü­gel mit Pförtnerloge, zwei Sprechzimmern und darü­ber­lie­gen­den Gästezellen dazu. Schließlich wurde die Anlage mit einer eigenen Mauer umgeben. 1634 konnte das Kloster eingeweiht werden.

Nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation diente das zweigeschossige Gebäude verschiedenen Zwecken. 1810 ersteigerte der katholische Pfarrer Brühl das Anwesen, um ein Hospital einzurichten. 1817 wurde in den Räumen der Anlage eine Volksschule und ein Gymnasium eingerichtet. Die Klosterkirche wurde als Filialkirche der Pfarrgemeinde genutzt. Heute dient dieses ehrwürdige historische Gemäuer als Kulturzentrum, Begegnungs- und Veranstaltungsstätte.


Im selben Jahr als das Kapuzinerkloster eingeweiht werden konnte wurde auch der berühmte Pater Martin von Cochem geboren.Pater Martin von Cochem (* 13. Dezember 1634 mit dem Geburtsnamen Linius in Cochem an der Mosel; † 10. September 1712 in Waghäusel) war ein katholischer Priester des Kapuzinerordens und Bestsellerautor zahlreicher religiöser Bücher, die eine weltweite Verbreitung fanden und zum Teil noch bis in die 1950er Jahre nachgedruckt wurden. Manche stellen den religiösen Volksschriftsteller, Gelehrten und Heilkundler in seiner Bedeutung auf eine Stufe mit dem nicht minder berühmten Nikolaus von Kues.

In seinem Geburtsort Cochem befindet sich an seinem Geburtshaus in der Liniusstraße eine Gedenktafel. Zudem ist nach ihm das Martin-von-Cochem-Gymnasium und das Pfarrheim in Waghäusel benannt.

Martin von Cochem