Marktplatz Cochem Mosel

Der historische Marktplatz in Cochem ist einer der meistbesuchtesten Orte an der Mosel. Kunstvoll erbaute Fachwerkhäuser und geschichtsträchtige alte Bürgerhäuser flankieren den Platz, in dessen Mitte sich der imposante Martinsbrunnen befindet.

Die Geschichte des Cochemer Marktplatzes reicht bis in die Regierungszeit des berühmten Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Balduin von Luxemburg (1307-1354) zurück, als Cochem die begehrten Stadtrechte zuerkannt bekam. Mit dem Stadtrecht war gleichsam das Marktrecht verbunden, das bis 1454 nur Samstags, ab dann auch an Dienstags genehmigt wurde. 1459 wird der erste Marktbrunnen urkundlich erwähnt. Ein solcher Brunnen war in einer Zeit, wo noch kein Haus über eine eigene Wasserversorgung verfügte, von großer Bedeutung.

Seit 1459 konnte sich jeder Cochemer Stadtbewohner auf dem zentralen Marktplatz mit sauberem Trinkwasser versorgen. Auf dem damaligen Brunnen thronte eine Statue des heiligen Martin, dem Schutzpatron der Stadt. Dieser Brunnen existiert heute nicht mehr, denn nachdem die Statue verwittert war, ließen die Stadtväter den alten Brunnen abbauen und 1863 durch einen neuen gusseisernen ersetzen. Verziert wurde er mit zwei Laternen und obendrauf stellte man eine Terrakotta-Figur des heiligen Martin. Dieser Brunnen fand allerdings nicht die Zustimmung der Cochemer Bürgerschaft, die ihn deswegen schon 1906 abbauen und durch den heute noch vorhandenen stilgemäßeren achtseitigen Brunnen ersetzen ließ. 1935 wurde die Terrakotte-Figur abmontiert, seitdem thront der heilige Martin als Brunnenfigur aus Bronze über dem Marktplatz

Das Rathaus, ein Barockbau mit Mansarddach, wurde wahrscheinlich 1620 als kurfürstliches Amtshaus erbaut.  Nachdem das Gebäude bei der Zerstörung der Stadt 1689 durch französische Truppen Ludwigs XIIII. niedergebrannt war, wurde es 1739 nach alten Plänen von Philipp Honorius Ravensteyn wieder aufgebaut. Im Rathaus finden Sie den Ratsweinkeller, heute eine traditionsreiche gastronomische Einrichtung.
Die Front des Rathauses wird bestimmt durch das verzierte Portal und einen Balkon, von welchem alljährlich der Bürgermeister mit der Weinkönigin das berühmte Weinfest eröffnet, welches tausende Besucher aus aller Welt anzieht. Das Loch in der großen Eingangstür entstand 1923 durch die Kugel eines Separatisten, welche die Unabhängigkeit der Rheinlande anstrebten.
Das Erdgeschoß diente ursprünglich als Handelshalle.
Im Rathaus finden auch heute noch die Sitzungen des Stadtrates statt und der Bürgermeister hat hier noch immer sein wunderschönes Amtszimmer um welches er viel beneidet wird.

Unweit des Markplatzes steigt die steile Klostertreppe zum Kapuzinerkloster hinauf.