Der Ratskeller
war im Mittelalter eine Weinstube für ratsfähige Bürger im Untergeschoss
eines Rathauses. Jede Stadt die auf sich hielt hatte einen eigenen
Ratsweinkeller. Die Ratskeller waren der Treffpunkt für die
Persönlichkeiten der Stadt und Umgebung. Hier wurde gehandelt, gefeiert,
philosophiert, gedichtet und wichtige Unterredungen geführt.
Für die Entstehung der Ratskeller sind folgende Gründe verantwortlich: Die genaue Ordnung einer mittelalterlichen Stadt verlangte auch einen guten Weinkeller, denn der Rat bedurfte zu eigener Verwendung Wein, um seine Gäste: erlauchte Herren oder Abgeordnete fremder oder befreundeter Städte, zu ehren. Man nannte diese dargebrachten Weine die Ehrenweine. Namentlich die Bewirtung der fremden Gesandten mag für die Gründung mit entscheidend gewesen sein, denn in den größeren Städten pflegten die Abgeordneten der Städte zu gemeinsamen Tagfahrten zusammenzukommen, die sich in ihren Beratungen oft über Monate hinaus ausdehnten. Diese waren dann ganz auf die Gastfreundschaft des Versammlungsortes angewiesen. Oft war auch die zeitgemäße Sendung ausgesucht schönen Weines sehr dienlich, um eine wankend gewordene Freundschaft zu befestigen oder eine alte noch fester zu gestalten. Die Verwaltung eines Ratsweinkellers gehörte zu den angesehensten Offizien, denn die Herren waren dem Rate direkt verantwortlich. Da die Keller in der Stadt das Zapfmonopol besaßen, so ergab sich hieraus die Gelegenheit, auch mit der Umgebung der Stadt Weinhandel anzuknüpfen.Da die Keller in der Stadt das Zapfmonopol besaßen, so ergab sich hieraus die Gelegenheit, auch mit der Umgebung der Stadt Weinhandel anzuknüpfen.
