Der weit zurückliegende Ursprung der Winneburg wird von einer schauerlichen Sage umrankt. Danach soll der Leibhaftige eigenhändig die düstere Burg auf dem schroffen Felsen erbaut haben: Einst bekam ein gräflicher Baumeister von seinem hohen Herren den Auftrag, eine Burg zu bauen. Als der ehrgeizige Baumeister mit dem anspruchsvollen Werk begonnen hatte, aber daran zu scheitern drohte, spielte der hochmütige Graf mit dem Gedanken, einen fähigeren Baumeister in seine Dienste zu nehmen und den alten zu entlassen. Voll der Selbstverachtung und von der schlimmen Schande gepeinigt, begab sich der unglückliche Meister nun des Abends an das nahe Moselufer, bereit, sich in die tosende Flut zu stürzen. Kaum hatte er den ersten Schritt in den reißenden Strom gewagt, da erschien ihm plötzlich der Teufel. Dieser gelobte dem Todesmutigen, das gewagte Bauvorhaben eigenhändig zu Ende zu bringen, wenn dessen jungfräuliche Tochter der Preis dafür sei. Darüber hinaus versprach er ihm Ruhm, Reichtum und Macht. Verführt von dem diabolischen Angebot kehrte der Meister sofort dem Fluss den Rücken, ging heim in sein Haus, nahm sein hübsches Töchterchen bei der zittrigen Hand und führte es hinauf auf den steilen Fels, wo die Burg erstehen sollte. Um Mitternacht warf er die Ahnungslose dort in eine tiefe Grube und mauerte sie bei lebendigem Leibe in die Burgfundamente ein. Auch der Teufel hielt sein Versprechen, am anderen Morgen war die Winneburg erbaut. Soweit das gruselige Märchen.

Historisch belegt ist die Winneburg seit dem Jahr 1304 durch einen Lehensvertrag zwischen dem Grafen Wirich von Wunnenberg und dem Trierer Erzbischof und Kurfürsten Diether von Nassau (1300-1307). Die Beziehungen der Wunnenberger zum damaligen Klerus müssen sehr freundschaftlich gewesen sein, denn 1333 bekamen die Priester der dortigen Burgkapelle von Papst Johannes XXII. (1316-1334) die Genehmigung zum Ablass. 1637 starb mit Wilhelm von Winneburg das Geschlecht der Burggründerfamilie aus. Die Burg wurde daraufhin als erledigtes Lehen vom Trierer Erzbischof und Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern (1623-1652) eingezogen. Kurz danach ging die Winneburg in den Besitz der Familie von Metternich über, aus deren Stammbaum im 16. und 17. Jahrhundert drei hohe geistliche Kurfürsten hervorgingen. Das waren der Trierer Erzbischof und Kurfürst Lothar von Metternich (1599-1623) sowie die Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten Lothar Friedrich von Metternich-Burscheid (1673-1675) und Karl Heinrich von Metternich-Winneburg (1679). Berühmtester Spross des Familienclans wurde jedoch der spätere österreichische Staatskanzler Fürst Clemens Lothar von Metternich.

Unter seiner Leitung wurden beim Wiener Kongress 1815 die Grenzen Europas neu geordnet. Während der Reunionskriege des französischen Königs Ludwig XIV. wurde auch die Winneburg nicht geschont. 1688 wurde sie von französischen Truppen besetzt, die sie 1689 in die Luft sprengten. Während der napoleonischen Herrschaft wurde die übriggebliebene Ruine 1806 französisches Nationalgut. 1816 ging sie in preußischen Besitz. 1832 erwarb sie Fürst Clemens Lothar von Metternich. Dieser ließ an seiner Stammburg das Metternicher Wappen anbringen, was aber im Revolutionsjahr 1848 wieder entfernt wurde. Die Metternicher Nachfahren schenkten die Burgruine Winneburg 1935 der Stadt Cochem, in deren Besitz sie sich noch heute befindet.

  Fürst Clemens Lothar von Metternich-Winneburg